Umgang mit Kritik

Kritik generell und auch speziell an meinem Schreibstil bin ich an sich gewohnt. Seit 2011 bin ich im Internet unterwegs und gerade auf Youtube geizt man nicht mit Kritik – auch wenn der Grat zwischen Kritik und „Hate“ dort schmal ist.

Kritik an meinen Schreibprojekten war mir allerdings neu. Nicht, weil diese so großartig sind, sondern weil ich es immer zu „privat“, zu wichtig fand, um sie anderen zu zeigen. Ein Projekt zeigt letztlich viel von einem selber, ist ernsthafter, diskutabler und komplexer als eine simple Blogartikel-Schreibe. Daher trifft mich Kritik auch härter, der Fall könnte schließlich tiefer sein. Und das, obwohl ich die überwältigende Mehrheit der Kritik an meinen Texten absolut gerechtfertigt finde! Mehr noch: Kritik, negative wie positive, ist unglaublich wichtig und auch unabdingbar, um sich zum einen weiterzuentwickeln, als auch sein Werk zu „perfektionieren“!

Trotzdem musste ich damals beim Lesen der ersten Rückmeldungen tief durchatmen. Natürlich wurden die Texte nie zerrissen, doch selbst diese kleine Anmerkungen waren.. schwierig für mich. Dabei wusste und weiß ich doch selber, dass ich noch daran arbeiten muss, mehr noch, ich fand die Worte selber nicht perfekt! Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass jemand anderes meine Texte liest und sie bewertet. Ich denke, dass das absolut natürlich ist.

Akzeptiert habe ich die Kritik immer. Oder sagen wir: Fast immer. Es gibt genau zwei Arten, die ich unheimlich schwierig zu handhaben finde:

  • Die Kritik auf Verdacht: Wenn mir jemand im Plotstadium, ohne den genauen Plot, die komplette Welt oder auch nur alle Charaktere zu kennen, kritisch darlegt, dass Faktor XY noch fehlen würde, da es sonst zu seicht sei, werde ich fuchsig – dann, wenn ich weiß, dass Faktor XY sehr wohl vorhanden ist, ich es nur noch nicht erzählt habe. An dieser Kritikannahme arbeite ich allerdings!
  • Sich lustig machen: Ich mache selber gerne Witze über mich und finde einige Fehler, die ich mache, wirklich komisch! Ich habe kein Problem damit, wenn jemand bspw. über eine blöde Formulierung lacht, doch es gibt für mich einen Unterschied zwischen „Hihi, der Fehler ist ja bescheuert!“ und „Dein Schreibstil liest sich voll peinlich, höhö!“ Wenn ich das Gefühl habe, dass jemand meine Arbeit nicht ernst nimmt und sich lustig macht, mache ich dicht. Das muss ich nicht haben.

Mittlerweile freue ich mich jedoch richtig auf gut gemeinte Kritik! Es heißt, dass jemand meine Texte gelesen hat und sie für gut genug hält, dass man lieber an ihnen arbeiten und sie verbessern sollte, als sie komplett in die Tonne zu kloppen! Bei vielen Punkten greife ich mir nur an den Kopf und lache darüber, dass ich nicht selber darauf gekommen bin. Dabei muss ich allerdings auch sagen, dass ich Glück mit meinen Testlesern habe.

Meiner Ansicht nach sollte es insofern passen, dass die Geschmäcker zumindest ähnlich sind. Wenn jemand meinen Schreibstil generell doof findet, wird er sich – zumindest, wenn er sich stark auf den Stil fokussiert, statt noch auf Plot, Charaktere u.ä. zu achten – umsonst beim Betalesen abmühen, denn ich werde meinen Stil nicht komplett ändern. Da beende ich ehrlich gesagt lieber das „Betaverhältnis“. Mir ist es nicht geholfen und ihm ebenso wenig, wenn er sich nur durchquälen muss. In „vertauschten Rollen“ handhabe ich es genau so.

Mittlerweile komme ich mit jeglicher Kritik, die nicht „Alles scheiße!“ beinhaltet, sehr gut klar. Sicher, wenn in einem Part besonders viel bemängelt wird und ich ihn, das berücksichtigend, eigentlich komplett neu schreiben könnte, dann schalte ich nebenbei Friends ein, um mich aufzuheitern. ;)

Wie war’s denn bei euch? Hattet ihr den Umgang mit der Kritik direkt drauf oder musstet ihr ihn auch erst ein bisschen erlernen?

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29 Kommentare

  1. Ähm ja, Kritik und ich, wir sind auch keine guten Freunde. :) Mir geht’s da wie dir, ich lerne stetig und werde besser. Mittlerweile kann ich auch schon drüber lachen, wenn ich zum drölfzigsten Mal denselben Fehler mache. Und ich hab auch das große Glück, wunderbare Betas zu haben, die mich trotz gelegentlicher Kritik sehr motivieren.

    Ähnlich wie du finde ich es schwierig, wenn der Eindruck entsteht, dass man als Autor nicht ernst genommen wird. Das kann zum einen durch Spott sein, andererseits aber auch durch Überheblichkeit („das wüsstest du aber, wenn du Ratgeber xy oder Klassiker xy gelesen hättest“).

    Interessanterweise habe ich festgestellt, dass der für mich tödlichste Kritiker-Satz ist: „Da steckt Potenzial drin, aber du hast es nicht ausgeschöpft.“ Dabei meinen das viele sogar positiv, wenn sie es so formulieren, aber für mich hat das immer den Beiklang: „Du hast vielleicht gute Ideen, bist aber unfähig, sie umzusetzen.“ ;)

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    1. „“Da steckt Potenzial drin, aber du hast es nicht ausgeschöpft.” “
      Oh stimmt! Der wirkt schon jetzt bedrohlich, obwohl ich den nur „passiv lese“ ;D

      Überheblichkeit finde ich auch ganz schlimm.

      Aber ich glaube, da muss man als Beta auch erstmal reinwachsen. Seit ich selber be-betat werde, bin ich da auch eine bessere/angenehmere Kritikerin geworden. Hoffe ich! :D

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  2. Kritik, die beleidigend, unpräzise, schlecht argumentiert und unausgewogen ist, nehme ich nicht ernst. Aber auch gut gemeinte Kritik kann ziemlich destruktiv sein und einen dazu bringen, sein Hobby dran zu geben.

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  3. Buh, ne, Beleidigungen und so, das muss echt nicht sein. Kritik gerne, solange sie auch fundiert ist, und argumentiert werden kann. „Die Szene ist nicht gut, weil….“. Dann geht das. Aber in dem Stadium, meine Texte groß lesen zu lassen, bin ich noch nicht. :oops:

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      1. Da komm ich gerne drauf zurück, wenn ich etwas Lesbares hab! :)
        Bisher bin ich eher in der Phase „schreib einfach mal, um Erfahrungspunkte zu sammeln“. Wenn es ans Überarbeiten geht, dann gerne. :)

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  4. Ohja, das ist wirklich nicht einfach, sein Manuskript/Kapitel an andere zu geben und kritisieren zu lassen. Ich dachte mir auch manches Mal beim ersten Lesen der Kritik „Du blöder Testleser, du hast doch keine Ahnung wie ich das meine!!“ – Aber beim zweiten Lesen wurde ich dann vernünftig und dachte mir „Naja, der Leser sollte aber wissen wie ich es meine, aber sollte ich das wohl verbessern“.

    Ich habe zum Glück auch mit meinen Testlesern, die sehr fair sind, aber ihre Kritik trotzdem gut formulieren ohne irgendwas schönreden zu wollen. Über meine Texte lustig gemacht hat sich noch keiner, zum Glück, das ginge für mich auch gar nicht.

    Aber ja, es ist wie du schreibst, manchmal schwer, weil man eben doch viel von sich selbst in so ein Projekt legt und dann muss man erstmal lernen, das nicht als persönliche Kritik zu nehmen.

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    1. „Aber beim zweiten Lesen wurde ich dann vernünftig und dachte mir “Naja, der Leser sollte aber wissen wie ich es meine, aber sollte ich das wohl verbessern”.
      Ja, genau!
      Bei mir wurde sich auch nur ein einziges mal lustig gemacht, aber das fand ich wirklich unmöglich.

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  5. Meiner Erfahrung nach steht und fällt Kritik mit dem Testleser, da gibt es nämlich einige Faktoren, die zu berücksichtigen sind.
    Einerseits ist da das Verhältnis zwischen Autor und Leser: Wenn man sich zu nahe steht, ist Kritik geben schwer und man gerät womöglich sehr schnell auf eine persönliche Ebene, wo sachliche Auseinandersetzung schwer wird. Wenn man sich gegenseitig überhaupt nicht kennt, wird es hingegen manchmal schwer, über Texte und Absichten zu sprechen. Ich bin beispielsweise an einem Punkt angelangt, wo ich mit Kritik Außenstehender nur noch schwer etwas anfangen kann: Meine Lektorin kennt mich und wenn in meinem Text etwas schief läuft, kann sie aus der Erfahrung heraus, die sie mit mir eben hat, genau sagen, wo der Fehler liegt, weil sie auch versteht, was ich ursprünglich wollte. Außenstehende denken sich hingegen meist nur „Ähm, ja, nein, sorry, das ist ja voll bescheuert“ oder „Check ich nicht.“
    Was mich zu Punkt 2 bringt: Fachkenntnis. Ich glaube, man muss sich als Autor und Testleser auch auf einem gewissen gemeinsamen Kenntnisstand belegen. Es bringt mich beispielsweise nichts, wenn ich einen versteckten Star-Wars-Pun in meinen Text einbaue und mein Testleser Star Wars nicht kennt. Oder wenn ich mich in einer Formulierung bewusst an einen Werbeslogan, ein Goethe-Zitat oder ähnliches anlehne und mein Testleser auch das nicht kennt. Da muss man sich doch irgendwie in gewissen gemeinsamen Sphären bewegen, damit da ein Arbeitsverhältnis klappen kann. Bzw. eben auch einen Testleser haben, der auch irgenddwo der Zielgruppe entspricht. Ich könnte z.B. nie Testleser für kitschige Erotikromane sein, weil ich das a) nicht lese und b) wohl nicht ernsthaft lektorieren könnte, ohne ständig zu lachen.
    Und drittens braucht man als Testleser wohl auch noch ein gewisses Einfühlungsvermögen. Man muss Potentiale, Eigenheiten und Absichten erkennen können. Wenn das nun mal der Stil des Autors ist, nutzt es nix, wenn ich das als Leser dann irgendwie angreife. Wie du schon sagt, „Höhöhö, dein Stil ist peinlich“ nutzt niemandem was. Ich reagiere ja, was das angeht, eh mittlerweile ziemlich gereizt, wenn Leute mit „Show, don’t tell“ oder „Adjektive sind böööhse!“ daher kommen, diese Sprüche absolutieren und mir um die Ohren hauen … weil das halt doch oft am Text vorbeigeht. Solche vermeintlich goldenen Regeln sind nicht absolut, sondern müssen immer im Kontext gesehen werden. Dazu muss sich ein Testleser erstmal in den Text hineindenken können. Kann halt auch nicht jeder.

    Tja, und wenn das alles stimmt, dann muss man als Autor Kritik auch noch annehmen können. Ich hab mir sagen lassen, ich sei überhaupt nicht Kritik fähig, weil ich dazu tendiere, alles zu verteidigen und zu diskutieren, wobei ich mir sau viel gedacht habe und wozu die Lektorin dann meint „Nö, das geht so nicht.“ Weil ich ja doch irgendwie den Gedanken behalten möchte, also feilsche ich da dann sehr ausdauernd um „meine“ Formulierung ^^. Aber inzwischen kennt man mich gut genug, dass man mich da dann auch ausbremsen kann ^^

    Aber am Ende des Tages bin ich natürlich froh über jede Anmerkung. Aus Fehlern lernt man schließlich! ;)

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    1. Ja, das sind auf jeden Fall gute Punkte. Zum Thema „Kritik üben“ wollte ich irgendwann auch mal einen eigenen Beitrag erstellen, der hat hier nicht mehr gepasst :D

      Bei den goldenen Regeln stimme ich dir zu. Sie sabotieren ja auch jeglichen individuellen Stil. Ich will keinen überkorrekten Einheitsbrei. Lieber ahbe ich einen Stil, der nicht jede Regel umsetzt, dafür jedoch persönlich ist, als einen, der total modern, aber leblos ist.

      Über Kritik diskutiere ich nur dann, wenn ich wirklich unsicher bin oder Rückfragen habe. Wenn ich Kritik nicht umsetze, mache ich das meistens stillschweigend ;)

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      1. Dann freu ich mich mal schon auf den „Kritik üben“-Beitrag ;-)

        Ich hab eigentlich längst vor, zum Thema „goldene Regeln“ auch mal ein paar Artikel zu schreiben, nur fehlt mir aktuell etwas die Zeit. Es geht mir einfach auf den Geist, dass da manche mit so absoluten Geboten rumschmeißen und da müsste man dringend mal gegensteuern. Vielleicht hab ich im Juni dafür endlich mal Zeit und Muße :-)

        Bei mir ist Diskutieren über Kritik auch immer der Versuch, dem Testleser zu erklären, was ich eigentlich wollte, in der Hoffnung, dass er dann sagt „Aha, ja, das geht schon, aber dann musst du das so und so machen!“ Konstruktive Diskussion und so. Kritik wirklich zurückweisen tu ich selten. Kritik, die ich nicht umsetzen kann und will, ignorier ich auch einfach ;)

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    2. Das Argument ’show don’t tell‘ treibt mich auch in den Wahnsinn. Für mich ist das nur eine Worthülse, die zu jeder Zeit genutzt wird. Was damit wirklich gemeint ist, weiß doch, ganz ehrlich, eh niemand. Aber alle denken, sie wissen es ganz genau und hauen es dir dann um die Ohren. Gefühle müssen erlebt werden, nicht geschildert usw. Schade eigentlich.

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      1. Eine gute Erzählung besteht sowieso aus „Show and tell“ und nicht aus einem Entweder-Oder. Wenn du jedes Mal, wenn es zu regnen beginnt, schreibst:

        „Nina betrachtete unsicher den Himmel. Seit Stunden spielte der Wind sein Spiel mit ihr, schob die Wolken hier hin oder dorthin, türmte sie zu bedrohlichen Gebilden auf, nur um sie im nächsten Moment wieder zu zerstäuben. Aber nun wurden die Gebilde immer schwärzer und nur noch als Einheit verschoben. Schon hallte aus der Ferne das charakteristische Grollen von Vater Jupiter her, der mit seinen Blitzen die Titanen abwehrte, zumindest hatte Nina diese Geschichte einst so drüben im alten Schulgebäude gelernt, das dort mit seinen Graffitibesprühten Wänden und den trüben Fenstern unschuldig auf der anderen Straßenseite stand und auf das genau in diesem Augenblick der erste Tropfen fiel.
        Nina blinzelte und genau diesen Augenblick später machten sich Millionen kleiner Wasserkrieger auf den Weg zur Erde, bereit, alles und jeden, der dort schutzlos stand, bis auf die Haut zu durchnässen. Die ersten Tropfen prasselten auf Ninas Kopf, liefen über ihre Wange, kitzelten ihre Nase und trugen dieses beklemmende Gefühl von Nässe und Kälte in ihren Kragen, erfüllten damit ihre tiefsten Poren. Sie spürte, wie alle Haare an ihrem Körper sich aufrichteten.
        Nina begann zu rennen, einen Unterschlupf zu suchen, doch es nützte alles nichts: Als sie endlich unter dem schützenden Vordach der Schule stand, hätte man sie bereits auswringen können wie eines der Handtücher, mit denen ihre Mutter den Boden aufwischte, wenn ihr Bruder in der Badewanne wieder einmal zu sehr geplanscht hatte und Millionen von Wasserkriegern losgeschickt hatte, die bereit waren, jeden bis auf die Knochen zu durchnässen, der bei drei nicht auf einem Baum war – so wie die alte Katze von Frau Meyer, ein fürchterlich altes, zotteliges Ding, das beim Streicheln mehr Haare verlor als Dagobert Duck in seinem Geldspeicher Münzen liegen hatte, was ironisch war, denn einst hatte genau diese Katze Ninas liebstes Donald-Duck-Comic-Heft befleckt, als sie …“

        So kann man jetzt zwar wahnsinnig viel zeigen, aber wenn du jedes Mal wegen jeder Nichtigkeit so viel zeigst, anstatt es einfach kurz zu erzählen mit „Es begann zu regnen. Nina wurde nass bis auf die Knochen, ehe sie endlich unter dem Vordach des alten Schulhauses Schutz fand“, wird sich dein Leser spätestens beim dritten Mal denken „Alter, es regnet doch nur, mach mal halblang!“ ^^
        Show und Tell müssen sich vielmehr die Waagschale halten und sind Akzentuierungsmittel. Handlungsteile, auf die du den Fokus legen willst, die werden gezeigt. Nebensächlichkeiten kann man auch mal einfach nur erzählen.
        Das Problem ist nur, dass in Schreibratgebern das nicht so drinsteht, sondern nur „Show, don’t tell“.
        Ein Grund mehr, keine Schreibratgeber zu lesen ;-)

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        1. Zugegeben, anfangs ging mir das auch so, fa fand ich dieses „Show don’t tell“ auch reichlich kryptisch und hab mir nicht viel dabei gedacht. Mittlerweile hat sich das geändert. Wenn ich eine Szene betrachte und feststelle: „Die funktioniert nicht“ (egal, ob es meine eigene ist oder die eines Beta-Textes), dann liegt das in 9 von 10 Fällen an zu viel „tell“.

          Natürlich darf man solche Tipps nicht verallgemeinern und als einzig richtige Lösung betrachten, genau so wenig wie Schreibratgeber, aber ein wahrer Kern steckt schon in dem Ratschlag, sonst wäre er nicht so populär geworden.

          Trotzdem gebe ich dir recht, unkonstruktive Allgemeinplätze sind als Kritik nie hilfreich. Man muss das Ganze immer im Kontext sehen.

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  6. Ja, so ähnlich ist es mir bisher auch gegangen. Anfangs hatte ich große Probleme damit, die objektiv zu sehen und nicht persönlich zu nehmen, aber mit mehr und mehr Übung hat das besser geklappt. Natürlich kommt es auch drauf an, wie die Kritik serviert wird. Wahrscheinlich ist doch ein bisschen Glück dabei, damit man die richtigen Kritiker erwischt.

    Aber ja, Kritik ist eben ein wesentlicher Teil des Schreibens, wenn man sich verbessern will. Daher bitte ich immer wieder darum und weiß inzwischen ja auch, dass ich nichts übernehmen muss, was mir nicht gefällt.

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  7. Ein Dozent bezeichnete mich mal als „beratungsresistent“ – ich gebe gerne zu dass mir Kritik einstecken nicht besonders liegt. Aber das kommt auch auf die Art an, was kritisiert wird und wie. Wenn man das Gesamtkonzept meines Textes oder einer Figur in Frage stellt weil es dem Testleser anders einfach besser gefallen würde, dann schalte ich auf Durchzug. Immerhin weiß ich ja was ich will. An anderen Stellen lasse ich mich gerne belehren, weil ich ja schließlich will, dass meine Ideen möglichst unverfälscht beim Leser ankommen. Also muss ich sie auch entsprechend umsetzen. Und das geht nicht, wenn man betriebsblind ist. Da müssen Testleser her und der innere, arrogante Autoren-Schweinehund muss eben mal die Fresse halten.
    Und schließlich und endlich passieren Fehler einfach – wenn man eine Sache einmal so beschreibt und einmal so, oder mal einen sehr verdrehten Satz hat, weil man fünfhundert mal drüber korrigiert hat, dann heißt es „Facepalm, richtig machen, weiter machen“ (und Danke sagen).

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    1. Ja, „Facepalm“ trifft es da ganz gut. ;)
      Und ja, einfaches „Nichtgefallen“ bspw. einer Figur nehme ich auch so hin. Es sei denn, die „Beschwerden“ häufen sich. Doch auch da differenziere ich nochmal: Macht die Figur den ganzen Roman kaputt oder ist sie einfach nur unsympathisch?

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  8. Ich für meinen Teil habe festgestellt: ich bin empfindlicher bei Kritik, wenn es um Geschichten „meiner“ Charakteren geht; also die, die ich gespielt und währenddessen wunderbar ausgearbeitet habe. Das macht noch einmal einen Unterschied, als wenn ich die Charaktere wirklich nur für die Geschichte erfinde. Letzteres ist irgendwie unpersönlicher, denn da habe ich nicht so sehr drin gesteclkt, wie bei den anderen.

    Alles in allem habe ich aber schon gelernt, dass Kritik nicht immer so rüberkommt, wie sie gemeint ist und dass man aber umgekehrt über alles erstmal nachdenken sollte, besonders, wenn man sich durch einen Kommentar nicht ernst genommen, beleidigt oder sonst wie angegriffen fühlt. Manchmal ist auch solche Kritik am Ende berechtigt.

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    1. Hm… stimmt. Ja, doch. Bei langjährigen Charakteren bin ich auch empfindlicher. Die kenne ich aber auch schon derart in- und auswendig, dass mir Kritik an deren Verhalten etwas suspekt ist – ich weiß schließlich, wie sie ticken! :D
      In solchen Fällen ist dann meist (Ok. Bisher immer! :D ) die Darstellung inkorrekt.

      Man kann ja auch dem Kritiker Feedback geben. :)

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  9. Ich musste und muss eindeutig immer noch lernen damit umzugehen, dass meine Art und Weise, Geschichten zu erzählen, Kritik ausgesetzt ist. Was mein Schreiben angeht, war die Angst vor Kritik über Jahr(zehnt)e der Grund, warum ich niemandem erlaubt habe, meine Werke zu lesen. Dabei habe ich anfänglich jede Kritik als negative Kritik verstanden. Ein Vorwurf, den man mir auch heute noch – meist zurecht – gelegentlich macht.

    Ich versuche, mich in dieser Hinsicht zu bessern und, wie gesagt, zu lernen. Da ich ja für meine Romane eine Veröffentlichung anstrebe, ist es auf jeden Fall angesagt, an der Kritikfähigkeit zu arbeiten.

    In mir sind allerdings auch Persönlichkeitsmuster angelegt, die es Kritikern schwer machen, weil ich auf manche Punkte leider sehr schnell „eingeschnappt“ oder „verletzt“ reagiere. Diese leidvolle Erfahrung hat schon mancher machen müssen, der es eigentlich gut mit mir gemeint hat. Aber auch in dieser Beziehung arbeite ich weiter an mir.

    Das ist fast schwieriger als die Arbeit daran, beim Schreiben selbst immer noch besser zu werden!

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  10. Ich glaube, jeder hat denselben Anfang erlebt.
    Als ich damals meine erste Geschichte für ein Fandom geschrieben und in einem großen Archiv online gestellt habe, habe ich sekündlich die Seite aufgerufen und nachgesehen, ob irgendwer was dazu geschrieben hat. Ich war so fürchterlich aufgeregt, dass mir regelrecht schlecht war. Zum Glück kam dann durchgängig sehr positive Rückmeldungen, vielleicht nicht unbedingt die Ehrlichsten, sondern eben typische Fandom-Begeisterungskommentare, aber mit negativer Kritik hätte ich damals wohl kaum umgehen können.
    Ich schrieb also weiter im Fandom und heimste die besten Kritiken ein. Das machte mich mutig!
    Darum schrieb ich irgendwann eine Geschichte, die mir unglaublich gut gefiel und die mir wichtig war und von der ich wußte, dass das Fandom sie hassen würde, und ich war sehr auf die Reaktion gespannt. Ich bekam kaum Kommentare, weder positive noch negative. Ich bekam für die Geschichte nicht mal Leser (man konnte Leserzahlen abrufen) und das fand ich wirklich schlimm, weil sie mir wichtig war. Aber dadurch, dass ich das schon vorher geahnt habe, konnte ich damit sehr gut umgehen und von da an habe ich angefangen von den Kommentaren, Kritikpunkten oder Lobeshymnen zu lernen.
    Inzwischen habe ich, glaube ich, ein sehr gutes Gespür für die „wirkliche“ Meinung anderer zu meinen Geschichten und so nehme ich mir dann z.B. Kritik von Leuten, die sich wirklich reingehängt haben, ernst, während ich Kritik von Leuten, bei denen ich weiß, dass sie die Geschichte nicht wirklich gelesen haben, zwar höre, auch kurz überdenke, aber in der Regel ignoriere. Letztere sind meisten die Leute, die sich gerne über bestimmte Punkte in der Geschichte lustig machen oder die meinen mir unbedingt wichtige Ratschläge geben zu müssen. Die richtigen Kritiker dagegen formulieren in der Regel vorsichtiger, aber ich weiß, dass sie das, was sie sagen, auch meinen und damit kann ich (auch wenn es mir manchmal im ersten Moment schwer fällt) arbeiten.
    Lachen über meine Geschichten, darf übrigens nur ich. Tut das ein anderer, mach ich sofort innerlich zu. Ich bin da schrecklich sensibel (auch daran muss ich dringend arbeiten)

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    1. „Die richtigen Kritiker dagegen formulieren in der Regel vorsichtiger(…)“
      Ja? Da muss ich mal drauf achten! Aber das kann natürlich gut sein. Die beiden, die ich nicht gut bis unverschämt fand, haben zumindest auch nicht vorsichtig formuliert. ;)

      Gar keine Resonanz zu bekommen finde ich auch unschön. Das finde ich schon bei Blogpostings schade, obwohl die ja wesentlich kleiner und mit weniger Arbeit verbunden sind als ganze Textstellen oder Geschichten. ;)

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  11. Du hast ja schon viel gute Resonanz für deinen Beitrag bekommen. Zu Recht. Ob ich mit Kritik immer gut umgehen konnte? Keinesfalls. Am Anfang war das wirklich schwer und meine Texte wurden zerpflückt, einfach weil mein Umfeld extrem kritisch ist. Bei sehr heftiger Kritik lasse ich erstmal ein paar Stunden verstreichen und schaue dann, was ich damit mache. Ganz am Anfang war ich jedoch am Boden zerstört. Lass dich nicht unterkriegen. Wird schon alles gut werden.

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    1. Bislang hat mich nur eine einzige Kritik zu Boden zerstört: Danach hatte ich ernsthaft überlegt, das Schreiben an den Nagel zu hängen. :D
      Stelle ich mir schwierig vor, gleich zu Beginn mit extrem kritischer Kritik konfrontiert zu werden. Andererseits härtet das sicher auch gut ab.

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