Herzlich willkommen oder: Was mache ich eigentlich hier?

Wer bin ich und was mache ich eigentlich hier? Das frage ich mich eigentlich jeden Tag, doch nur selten wäre eine Beantwortung sinnvoll gewesen. So alleine. Vor dem Spiegel. Hier kann ich zumindest jemandem antworten! Und ihr solltet ja auch wissen, was genau ich fabriziere und mit welcher Art von Schreiberling ihr es zu tun habt.

Ich bin hier, weil ich schreibe. Gerne schreibe. Den größten Teil meines Tages verbringe ich derzeit damit zwar nicht, denn dieser Punkt geht eindeutig an das Plotten, Planen und sich Vorstellen meines Projektes und dessen Szenen. Doch das war nicht immer so: „Früher“ habe ich wild und plotlos geschrieben. Wenn überhaupt. Das Schreiben war immer nur ein Traum in einer weit, weit entfernten Galaxie.. ich schweife ins falsche Genre ab. Nun jedoch, nun wird der Traum in Angriff genommen! Und das schon seit einem Jahr. Irgendwann muss man ja auch mal anfangen. Und zwar am besten gestern. Immer.

Selbstwahrnehmung

Ich liebe meine Geschichte, den Plot und die Charaktere und ich könnte mich in die Szenen reinsetzen! Dummerweise gibt es noch keine „aus-dem-Hirn-rein-ins-Manuskript“- Maschine, sonst wäre ich längst fertig. Mein Problem: Ich leide an akuter Prokrastination. Dabei finde ich das Schreiben großartig, doch leider – und an dieser Stelle kommen wir zum zweiten Problem – habe ich Angst vor meiner eigenen Courage. Kurz: Ich stehe mir selber im Weg. Und ja, das ist dezent dumm, denn ich kann schreiben. Finde ich. Besonders leicht von der Hand gehen mir emotionale Szenen: Leid, Hass, Angst, Schmerz, Freude – alles, bei dem man als Leser mitfiebern kann. Als besonders schwierig erachte ich dagegen „Füllszenen“, die irgendwie sein müssen, irgendwie auch sinnvoll sind und die letztlich dann irgendwie doch der Schere zum Opfer fallen.

Fremdeinschätzung

Derzeit habe ich drei Betaleser, denen ich die Parts nacheinander schicke: Der liebste bekommt den Part zuerst und nachdem ich seine Kritikpunkte umgesetzt habe, bekommt die ebenfalls sehr wohlgefällige, aber auch kritischere Beta die überarbeitete Version. Die dritte Beta – nennen wir sie liebevoll „Madame Todeskritik“ bekommt schließlich Version 3. Madame Todeskritik ist hart, aber fair. Sie ist wie die schärfste Peperoni der Welt: Ich finde sie großartig und brauche sie, aber sie bringt mich jedes Mal zum Weinen. Gut. Nun übertreibe ich vielleicht. Auf jeden Fall habe ich durch die Betas einiges gelernt, unter anderem:

  • Ich bin eine Beschreibungsbitch: Schöne Bilder malend, aber auf Dauer viel zu viel
  • Der Kontrast zwischen den „schlimmen Dingen“ und dem dort herrschenden, rauen Ton und den „lyrischen“ Beschreibungen speziell meiner romantischen Prota sind zu krass
  • Ich bin viel zu selbstkritisch

Meine Projekte

Theoretisch habe ich gerade drei Projekte: „Echo“, „Das Schwarze Vogelei“ und „Das Flüstern der Verstoßenen“. Das erste ist „Psycho-Mystik-Fantasy“, das zweite eine phantastische Rollenspielparodie und das dritte Grim&Gritty. Praktisch jedoch arbeite ich zur Zeit nur am dritten Projekt, dem Flüstern. Lieber beschäftige ich mich intensiv und lange mit einem Projekt, bearbeite es, stecke Arbeit dort rein, anstatt zig kleinere Projekte halbherzig auszuführen. Ich zumindest könnte das nicht – wobei ich mir sicher bin, dass es andere Autoren sehr wohl schaffen! Mein „Flüstern“ möchte ich euch hier kurz vorstellen:

Genre: Grim&Gritty/Low Fantasy | Geplanter Umfang: ~450 Seiten | Derzeitiger Umfang: 230 Seiten/ 54084 Wörter

Grob gesagt befindet man sich in einer Welt, in der magisch Begabte ob ihrer Energien verfolgt und ausgebeutet werden. Da diese nicht als normale Menschen gelten, werden sie wie Nutzvieh behandelt. Dass das kein Zustand ist, in dem man sich als Magischer, als „Fokussar“ unbedingt heimisch fühlt ist da naheliegend, auch, dass man sich da irgendwann, mit Worten und auch und vor allem mit Gewalt auflehnt. Ein Bürgerkrieg droht(und wird ausbrechen), das System offenbart nach und nach seine korrupte Ader und vermutlich rutschen in diesem Setting mehr Leute auf Blut, denn auf Bananenschalen aus.

Ich behandle Rassismus, Völkermorde, Mordanschläge, Kriege und Sklavenhandel, möchte eine düstere Welt zeichnen, auch wenn gerade das erste Kapitel eine Idylle zeigt, die der winzige Startkontinent aufgrund seiner bevorzugten Lage zu verantworten hat. Insgesamt habe ich fünf Protagonisten, von denen einer den Mittelpunkt darstellt: Als seine eigene Begabung auffliegt muss er seine Familie, Freunde, sein Land verlassen. Im Laufe der Geschichte wird er nicht zum „großen Magier“ sondern im Gegenteil zu einer eher zwielichtigen Person, die seine Fähigkeit unterdrückt. [Und wieder einmal merke ich, wie schlecht ich eigene Plots und Settings beschreiben kann! Wo wir wieder beim „sich selbst im Wege stehen“ sind.]

Angefangen zu plotten und die Welt zu entwerfen habe ich Anfang letzten Jahres, das erste Wort geschrieben habe ich im vergangenen NaNo, also im November ’15.

Und sonst?

Ich möchte mich eigentlich nicht „Autorin“ nennen, denn veröffentlicht bin ich nicht. Andererseits beschreibt das mein (Hobby)Tun schon sehr gut. Es ist Arbeit, nicht immer nur Freude, sondern auch Frust. Ich werde auf jeden Fall so engagiert weiterplotten und -schreiben wie bisher und wenn das irgendwann zu einer Veröffentlichung reicht wäre es super, zunächst allerdings würde ich mich auch verdammt gerne über ein „Ende“ unter dem Manuskript freuen!

Ansonsten freue ich mich einfach auf den Austausch mit euch :)

 

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21 Kommentare

  1. Ich liebe das so… Noch eine Fantasyautorin, die ernste Themen angeht. Wieso tun das (gefühlt) immer noch viel zu wenige? Und graue Charaktere!
    Mich hast du, spätestens wenn „Das Flüstern“ erscheint, definitiv unter deinen Lesern.
    Und zum Thema Beschreibungen… könnten wir uns da nicht irgendwie handelseinig werden? Ich beschreibe immer zu wenig, du etwas viel, da lässt es sich gut in der Mitte ein Piknik machen :D

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  2. Also ich hab nicht das Gefühl, dass du dir selbst im Weg stehst – ich fand deine Beschreibung deines Plots durchaus nachvollziehbar. Und ich finde es toll, dass du Fantasy mit ernstem Inhalt schreibst! :-)

    Was mehrere Projekte angeht: Ich krieg das auch nicht auf die Reihe und verzettel mich dann immer hoffnungslos. Für mich gibts gleichzeitig nur ein Projekt, sonst wird das nix ^^

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  3. Hach da les ich doch sehr gern mit, mein Manuskript dümpelt schon seit Jahren vor sich hin, die Idee zum Roman exisitiert seit ich 14 (!!!) bin. Verdammt nochmal, das sollten wir doch endlich mal hinkriegen ;-) Vielleicht können wir uns ja gegenseitig motivieren? Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf dein Buch und auf das, was du hier so zum Schreiberdasein kundtust. Ich selbst könnte ja ellenlange Blogposts dazu verfassen, wie ich es schaffe NICHT zu schreiben und dann jedes Mal auf der Buchmesse stehe und denke „Toll Nemi, hier hättest schon längst du stehen können. Hätteste mal nicht so viel Zeit damit verplempert, Karten zu deiner Welt zu malen“
    Viel Erfolg weiterhin und liebe Grüße!

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    1. Cool, mein Protagonist existiert auch seit ich eine kleine Knirpsin war :D War mein erster RP-Char. Seitdem habe ich immer ein wenig um ihn herum gedichtet, aber nie richtig geplottet.
      Das Gefühl mit dem „Hier hätte dein Buch stehen können!“ kenne ich soo gut… Ja, wir müssen uns da gegenseitig motivieren! :D

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  4. Ich gestehe, ich musste jetzt Grim&Gritty erstmal googlen, weil ich im Bereich Fantasy eher weniger zuhause bin, aber was ich dann fand und was du beschreibst, hört sich sehr gut an! Und ich glaube auch, dass du das richtig gut machst, ich würde es definitiv lesen.
    Ich bewundere es immer, wenn Menschen es schaffen, sich eigene Welten, Wesen etc auszudenken – ich schreibe „Real Life“ und das überfordert mich schon manches Mal :D Also, sei nicht so streng zu dir mit den Selbstzweifeln!

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    1. „Low Fantasy“ würde auch passen, aber Grim&Gritty ist da einfach exakter :) (Auch wenn so kleinteilige Unterteilungen eigentlich doof sind *g*) Sollte es mal fertig und vor allem gedruckt werden, bekommst du ein Reziexemplar :D

      Dafür könnte ich kein RL schreiben, ich glaube, dafür fehlt mir die Fantasie. Also aus dem normalen Leben etwas zu zaubern, das spannend genug ist. Ne, ich brauche da Schwerter und garstige Kreaturen ;D
      Hast du denn schon mal über deinen Roman geschrieben und kann ich das nachlesen? :)

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      1. So richtig über meinen Roman geschrieben habe ich noch nicht, das will ich auch demnächst auf dem Blog etwas ausbauen. Ich hatte auch schon überlegt, einen eigenen Autoren-/Schreibblog aufzumachen, aber das wäre mir momentan zu viel Aufwand, glaube ich. Deswegen werde ich jetzt den „Writer’s Wednesday“ einführen, wo ich ab und zu übers Schreiben schreibe :)

        Du darfst auch meiner Autorenseite bei Facebook folgen *dreiste Eigenwerbung* http://www.facebook.com/katrinklingschat

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  5. Ich werd hier fleißig mitlesen und -schreiben. Und wenn du von deinen Fortschritten berichtest, werd ich mich auch wieder ransetzen. Mein Problem ist, dass ich viele Ideen hab, aber das schreiben ganz geschickt immer wieder aufschiebe, bzw. dann unterbreche, sodass ich noch nicht mal einschätzen kann, wo meine Stärken liegen.
    Vermutlich übertriebener Perfektionismus, weil ich irgendwie doch davon ausgehe, von Anfang an DAS BUCH zu schreiben, und all das, was danach kommt, die Überarbeitungen etc., ausblende.
    Wie dem auch sei, ich finds toll, dass du einen eigenen Blog fürs Schreiben aufgemacht hast, und drück dir die Daumen, du bist ja schon ganz gut fortgeschritten! :)

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    1. Blogg mehr über deine Schreibambitionen! :D
      Sehr cool, dass du auch hierher gefunden hast!

      Übertriebener Perfektionismus ist wirklich eine riesige Hürde :/ Ich schätze, manche müssen sich auch einfach quälen, bis sich der erste Erfolg einstellt, auch um überhaupt an sich zu glauben?

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      1. Ich arbeite ja gerade daran, mehr zu schreiben, und mit all dem anderen, was mir gerade Zeit und Aufmerksamkeit raubt, komm ich kaum noch gescheit zum Bloggen. ^^‘
        Aber demnächst will ich definitiv etwas dazu schreiben, vor allem, weil du ja mit so gutem Beispiel vorangehst. Find ich toll von dir!
        Hm, ja, ich denke, deine Überlegung trifft es ganz gut. Es braucht schon etwas/viel positives Feedback, damit ich an mich glaube. Natürlich nicht überall, aber wenn es ums Schreiben geht, ganz besonders.

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  6. Kuckuck. Dann schau ich auch mal vorbei und bleibe direkt hier kleben. Ich finde es interessant wie du über das schreibst, was du schreibst ^^
    Ein Ende unters Manuskript zu setzen, hört sich doch schon mal ganz toll an und es ist ein riesiger Schritt, der zum nächsten großen Schritt führen kann. Ich drücke dir die Daumen und freue mich jetzt schon, Neues von dir zu hören.

    Es grüßt ganz lieb, die Tinka Beere :)

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  7. Deine Fähigkeiten beim Zusammenfassen seien dahingestellt, aber für mich klingt dein Buch sehr spannend! Es gibt zu wenig (deutschsprachige) Fantasy, die auch düstere und tiefsinnige Themen behandelt, daher freue ich mich, dass du dem Trend entgegen wirkst. Viel Glück & Erfolg mit deinem Projekt! :)

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